Im
Herbst 1955 löste Komenda's Karosserievariante des Porsche Typ 356 A den 356 ab.
Ebenfalls unter Komenda's Federführung entstand der 356 B, der auf der
Frankfurter Automobil-Ausstellung 1959 im neuen, ungewohnten
Erscheinungsbild präsentiert wurde.
Die Technischen Folgeprogramme T 7
Ende 1959 und T 8 Ende 1961 waren bereits Vorarbeiten zum Porsche Typ 911.
Der
Porsche Typ 911 entstand in einer Phase der Firmenneuorientierung.
Die
herangewachsenen Enkel von Professor Porsche traten dem Unternehmen bei, übernahmen
die Leitung von Entwicklungsprojekten und besetzten führende
Firmenpositionen. Ferdinand Alexander Porsche, den man im
Familienkreis „Butzi“ nannte und der
als dritter männlicher Porschespross den Vornamen Ferdinand trug, etablierte
sich mit der Gründung eines neuen Design-Studios. 1963 trat Hans-Peter
Porsche dem Unternehmen bei und wurde 1965 Produktionsleiter. Der aus der Ehe
Louise Porsche mit Anton Piéch stammende Ferdinand Piéch, erwarb an der ETH
Zürich den Titel eines Diplomingenieurs. Er begann 1965 seine berufliche
Laufbahn als Leiter der Porsche Versuchs- und Entwicklungsabteilung.
So
bewirkte die Änderung des Umfeldes alteingesessener Strukturen und
Hierarchien die Komplexität der Entstehungsgeschichte des Porsche Typ
911. Das wahrhaft Bücher füllende Thema über die technische
Evolution des wichtigsten Porscheerfolgsmodells ergibt zwangsläufig
ein spannendes Psychogramm der unterschiedlichen Charaktere aller
beteiligten Entwicklungsingenieure.
Komendas
letzte Lebensphase war gekennzeichnet von großen innerbetrieblichen Schwierigkeiten
mit Porsche Familienmitgliedern im Rahmen der Entwicklung des Porsche Typ 904 und 911. Zu seiner großen
Freude baute Porsche den Typ 911 nach seinen Vorstellungen und gab mit dem Porsche 904 Carrera GTS
Coupé, dem ersten Auto mit einer Kunststoffkarosserie, den unzähligen Komenda
Patentanmeldungen zu Kunststoffaufbauten ein Gesicht.
Plötzlich
endet der berufliche Werdegang - letzte
Patentanmeldungen stammen aus dem Jahr
1965. Am
22. August 1966
verstarb Erwin Komenda. Über 100
Patentanmeldungen und zeitlos schöne Autos, die
seit Jahrzehnten Freude am Fahren vermitteln,
dokumentieren seine progressive
Arbeit.