Hinweis zu Quelle und Rechten:
Die folgenden Interviewpassagen sind Originalzitate aus einem Video-Interview mit Gerhard Schröder
(2017).
Das Interview wurde von Dr. Iris Steineck geführt; die Veröffentlichung erfolgt mit schriftlicher
Zustimmung des Interviewpartners zu Dokumentations- und Forschungszwecken.
Der Wortlaut wird unverändert wiedergegeben.
Kürzungen sind mit […] gekennzeichnet und verändern den Sinn nicht. Die Aussagen geben die persönliche
Wahrnehmung und Erfahrung des Zeitzeugen wieder.
© Dr. Iris Steineck
Eine Weiterverwendung ist nur nach vorheriger Kontaktaufnahme zulässig.
Gerhard Schröder (1925–2018), Karosseriefachmann; Tätigkeit u. a. im Bereich Verdecke/Karosserie, später bei Porsche/Komenda-Abteilung; in
Aktennotiz T8 als Verbindungsmann genannt.
Anlage : Kurzbiografie Zwischengas Reportage, Wolfgang
Blaube
Die Aussagen Schröders stehen im Kontext der internen Organisations- und Zuständigkeitsänderungen bei Porsche Anfang der 1960er-Jahre, wie sie unter anderem in der Aktennotiz T8 vom 10.11.1961 dokumentiert sind.
Sie ergänzen die schriftlichen Quellen um eine zeitgenössische Erfahrungs- und Wahrnehmungsebene.
Video-Interview 2017, vollständig transkribiert
Zustimmung zur Nutzung für Dokumentationszwecke liegt vor
eidesstattliche Erklärung und Freigabe liegen vor
Zitate werden als Zeitzeugenaussagen gekennzeichnet
Schröder beschreibt aus seiner Sicht:
Komendas starke Rolle in Form-/Linienfragen
interne Arbeitsrealitäten und Verantwortungswahrnehmung durch Erwin Komenda
Außendarstellung und Zuschreibungen
Transkriptstellen + Timecodes nicht veröffentlicht
Die folgenden Interviewausschnitte geben den wortgetreuen Inhalt eines Video-Interviews aus dem Jahr 2017 mit Gerhard Schröder wieder.
Schröder war Karosserie- und Verdeckspezialist und arbeitete ab 1957 in der Karosseriekonstruktionsabteilung von Porsche.
Die Aussagen spiegeln seine persönliche Wahrnehmung und Erfahrung als Zeitzeuge wider.
TRANSKRIPT DES INTERVIEWS:
(Video-Interview 2017, Wortlaut)
Steineck:
Wie war das mit der Entwicklung vom Porsche 911? Da gab es Schwierigkeiten zwischen dem Design Studio und der Konstruktionsabteilung. Können Sie sich erinnern, wie war das im Design Studio, da
war der Heinrich Klie drinnen.
(zeigt ein Foto vom Designstudio mit Klie)
Schröder:
Klie ist dieser Mann, der war in Amerika als Koch.
Steineck:
Ja, Zuckerbäcker und Modellierer, hab ich gehört – der Herr Klie, was konnte der?
Schröder:
Auf jeden Fall nicht konstruieren.
Steineck:
Wo war der Komenda, beim Butzi oder wo?
Schröder:
Der war im Konstruktionsbüro.
Steineck:
Und Ihr Platz, Herr Schröder?
Schröder:
Auch im Konstruktionsbüro, wir waren zusammen so.
Steineck:
Was war Herrn Komenda wichtig – die Porsche Linie, die Technik, das Fließheck?
Schröder:
Wir waren im Windkanal immer.
Steineck:
Formen optimieren und Strömungsanalysen?
Schröder:
Ja, ja.
Steineck:
Mit Modellautos oder Prototypen?
Schröder:
Mit fertigen Autos.
Steineck:
Welche Autos?
Schröder:
Der 911.
Steineck:
Was hat denn der Herr Komenda mit der Porsche Linie zu tun?
Schröder:
Ich muss überlegen – der hat sie gemacht.
Steineck:
Der hat sie gemacht.
Schröder:
Ja, ja – hier ist er auf dem Foto – (zeigt auf ein Foto, welches das gesamte Team sowie Butzi und Ferry Porsche rund um den neuen 911 zeigt) der hat diesen Entwurf gemacht und auch
–
hat nicht handwerklich gearbeitet – aber hat eben den Wagen gestylt
und war verantwortlich und war auch wirklich verantwortlich dafür.
Wiederholt:
„… dem Komenda verdanken sie alles.“ (Interview 2017, Stelle/Timecode: …)
„… der hat die Linie gemacht und er hat es wirklich gemacht.“ (Interview 2017, Stelle/Timecode: …)
© Dr. Iris Steineck – Zeitzeugeninterview 2017
Das Interview wurde von Dr. Iris Steineck geführt, transkribiert.
Veröffentlichung, Zitierung oder auszugsweise Verwendung nur mit Quellenangabe und ausdrücklicher Zustimmung.
Die folgenden Interviewausschnitte geben den wortgetreuen Inhalt eines Video-Interviews aus dem Jahr
2017 mit Gerhard Schröder wieder. Die Aussagen spiegeln seine persönliche Wahrnehmung und Erfahrung als Zeitzeuge wider.

Gerhard Schröder (1925–2018)
Zeitzeugeninterview, geführt 2017 von Dr. Iris Steineck.
Die Aussagen geben die persönliche Erinnerung des Zeitzeugen wieder. Das Interview liegt im Wortlaut vor; eine Zustimmung zur Verwendung für Dokumentationszwecke liegt vor.
Gerhard Schröder war in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren im Konstruktionsbüro der Porsche Karosserieabteilung tätig und gilt als einer der wenigen Zeitzeugen, die sowohl an internen
Besprechungen als auch an Vorgängen zur frühen Entwicklung des Porsche 911 unmittelbar beteiligt waren.
Sein Interview vom Jahr 2017, geführt von Dr. Iris Steineck, liefert zusätzliche
Informationen zur internen Organisation, zur Zusammenarbeit zwischen Styling, Konstruktion und Reutter sowie zu Komendas Aufgabenbereichen in dieser Phase.
Nach übereinstimmenden Zeitzeugenberichten war der Zugang zum Porsche-Designstudio während der frühen Entwicklungsphase des Porsche 901/911 streng
limitiert.
Regelmäßig vor Ort tätig waren nur wenige Personen:
Gerhard Schröder – Karosseriekonstrukteur, Verbindungsmann zwischen Konstruktionsbüro Komenda, dem Design Studio und Reutter
Heinrich Klie – Modellierer („Zuckerbäcker“), zuständig für die plastische Umsetzung der Entwürfe
Karl
Linge – damaliger Versuchsfahrer, punktuell in die Erprobung und Rückmeldung eingebunden
(Karl Linge übernahm die Leitung der Versuchsabteilung Weissach erst in späteren Jahren.)
Diese sehr kleine Personengruppe erklärt, warum Gerhard Schröder die internen Abläufe, Zuständigkeiten und Entscheidungswege so detailliert beschreiben konnte. Als technisch ausgebildeter Karosseriefachmann war er dauerhaft an der Schnittstelle zwischen Designstudio, Karosseriekonstruktion und externer Umsetzung tätig.
Formell unterstand Schröder Erwin Komenda, der jedoch offiziell bereits vom Projekt abgezogen war. De facto bestanden weiterhin inhaltliche und organisatorische Überschneidungen. Schröder fungierte als Vermittler zwischen Designstudio und Karosseriekonstruktionsabteilung.
Karl Linge beschrieb diese Situation später im Interview mit den Worten:
„Man hörte da immer wieder, die hatten sich heut’ in der Wolle.“
Gemeint war das Verhältnis zwischen dem Designstudio und der Karosseriekonstruktionsabteilung unter Komenda. Das Arbeitsklima war angespannt; die Entwicklung des Porsche 901/911 verlief in einer Phase interner Reibungen und struktureller Neuordnung, geprägt von der Ab- und Zuerkennung von Zuständigkeiten und Arbeitsprozessen.
QUELLEN:
– Porsche-Skizzenbuch (Kopien)
– Privatarchiv Familie Komenda
– Patente, Urteile
OLG Stuttgart, Urteil vom 03.03.2023 (Porsche 356)
© Dr. Iris Steineck, Wien. Alle Rechte vorbehalten.
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