Dieses Dokument zeigt die deutsche Patentanmeldung zum Schwimmwagen, bei der Erwin Komenda als Erfinder genannt ist. Das Patent belegt einen technischen Beitrag Komendas zur speziellen Karosserie- oder Fahrzeugtechnik jenseits der klassischen Sportwagenentwicklung. Diese Patentanmeldung zeigt seinen Beitrag zur Entwicklung eines Schwimmwagens – ein Beispiel für seine breite technische Kompetenz in der Karosserie- und Fahrzeugtechnik.
Kuratorin: Dr. Iris Steineck

Der Volkswagen Schwimmwagen (Typ 166) zählt zu den technisch bemerkenswertesten Fahrzeugentwicklungen seiner Zeit und gilt als das weltweit meistgebaute amphibische Kraftfahrzeug. Seine Besonderheit liegt nicht allein im Allradantrieb oder dem zuschaltbaren Propeller, sondern vor allem in der konstruktiven Lösung einer selbsttragenden, wasserfesten Karosserie, die den Einsatz zu Land und zu Wasser überhaupt erst ermöglichte.
Diese zentrale konstruktive Leistung entstand im Umfeld der Porsche-Volkswagen-Entwicklung und ist maßgeblich mit dem Namen Erwin Komenda verbunden. Als Chefkonstrukteur für Karosserie war Komenda für funktionale Fahrzeuglösungen verantwortlich, bei denen Form, Material, Abdichtung und Zweck eine untrennbare Einheit bildeten.
Die technische Urheberschaft ist durch zeitgenössische Patente, Fachliteratur und museale Quellen eindeutig belegt. Besonders hervorzuheben ist das Reichspatent „Schwimmfähiger Kraftwagen mit pendelnden Halbachsen“ (Nr. 737 529), in dem Erwin Komenda als Erfinder genannt ist. Dieses Patent beschreibt konstruktive Merkmale, die für die Schwimmfähigkeit des Fahrzeugs entscheidend waren.
Diese Seite dient der sachlichen historischen Einordnung des Volkswagen Schwimmwagens und der Darstellung der belegten konstruktiven Beiträge Erwin Komendas – auf Basis von Primärquellen und technischer Analyse.
Der Volkswagen Schwimmwagen (Typ 166) gilt als das weltweit meistgebaute amphibische Fahrzeug. Entwickelt wurde er während des Zweiten Weltkriegs als geländegängiges und schwimmfähiges Mehrzweckfahrzeug auf Basis der Porsche-Volkswagen-Konstruktionslinie.
Konstruktion statt bloßer Formgebung
Entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Schwimmwagens war nicht allein der Antrieb, sondern die selbsttragende, wasserfeste Wannenkarosserie. Diese Konstruktion stellte eine erhebliche technische Neuerung dar, da das klassische VW-Fahrgestell für den Einsatz im Wasser ungeeignet war.
Die konstruktive Lösung dieser Karosserieform sowie wesentliche technische Details zur Abdichtung und Schwimmfähigkeit gehen auf Erwin Komenda, den damaligen Chefkonstrukteur für Karosserie im Porsche-Umfeld, zurück.
Belegt durch zeitgenössische Patente
Reichspatent Nr. 737 529 (1943) – beschreibt technisch die schwimmfähige Konstruktion des Kraftwagens, in der Erwin Komenda als Erfinder namentlich geführt ist.
Die selbsttragende, wasserfeste Karosserie des Schwimmwagens ist kein „Nebenaspekt“, sondern eine technisch zentrale Entwicklung, für die Komenda dokumentiert beigetragen hat.
Damit ist die konstruktive Urheberschaft Komendas am Schwimmwagen eindeutig belegt.
Sein Patent ist zum Download auf dieser Seite freigegeben.
Primär- und Sekundärlinks:
Wikipedia
(englisch):
https://en.wikipedia.org/wiki/Volkswagen_Schwimmwagen
Volkswagen Museum Blog (historisch,
Technik):
https://volkswagenmuseum.wordpress.com/vw-rare-mk1-cars/volkswagen-schwimmwagen/
Autovisie (NL) – aktueller
Fachartikel:
https://www.autovisie.nl/occasions/duurste-volkswagen-van-nederland-heeft-24-pk-en-kan-iets-heel-bijzonders/
Bereits 1940 entwickelte Erwin Komenda zudem Holzgas- und Gasgenerator-Systeme, ebenfalls dokumentiert durch Patente. Diese Arbeiten zeigen, dass er sich nicht nur mit Form, sondern mit funktionalen Gesamtlösungen unter Ressourcenknappheit beschäftigte – ein Kontext, in dem auch der Schwimmwagen entstand.
Historische Würdigung
Die Geschichte des Schwimmwagens ist ein Beispiel dafür, dass technische Innovation häufig aus Teamarbeit entsteht, wobei die Beiträge einzelner Konstrukteure im Nachhinein vereinfacht oder überdeckt werden. Eine sachliche Betrachtung der Quellen zeigt jedoch klar:
Erwin Komenda war nicht nur Gestalter, sondern maßgeblicher Konstrukteur der schwimmfähigen Karosseriestruktur des Volkswagen Schwimmwagens.
QUELLEN:
– Porsche-Skizzenbuch (Kopien)
– Privatarchiv Familie Komenda
– Patente, Urteile
OLG Stuttgart, Urteil vom 03.03.2023 (Porsche 356)
© Dr. Iris Steineck, Wien. Alle Rechte vorbehalten.
Die Inhalte dieser Website – insbesondere Texte, Analysen, historische Einordnungen und Zusammenstellungen – sind urheberrechtlich geschützt.
Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung der Autorin.
Dies gilt insbesondere für Vervielfältigung, Veröffentlichung, Übernahme in Datenbanken, KI-Trainingssysteme, Webseiten, Social-Media-Plattformen sowie für journalistische oder kommerzielle Nutzung.
Unterstützung der unabhängigen Forschungs- und Archivarbeit
Diese Website ist das Ergebnis jahrelanger unabhängiger historischer Recherche, Archivarbeit und Zeitzeugeninterviews.
Wenn Sie diese Arbeit unterstützen möchten, können Sie dies freiwillig über PayPal tun.